Forschungsprojekt III: Das Kind in der Religionsgeschichte: Kinderopfer:
Hartwig Weber
Forschungsprojekt "Das Kind in der Religionsgeschichte. Kinderopfer"
2. Das Kind in der Religionsgeschichte: Mythen des Kinderopfers
Das Forschungsprojekt "Kind in der Religionsgeschichte" zielt auf die Erforschung von Funktion und Bedeutung des Kindes in Mythos und Kult und zwar nicht nur in der jüdisch-christlichen Religion, sondern im abendländischen Kulturbereich. Von der Kindheitsforschung war diese Fragestellung bislang weithin unberücksichtigt geblieben.
Im religiösen Kontext ist das Kind nicht nur Objekt bestimmter erzieherischer Maßnahmen, sondern auch Subjekt und Ausgangspunkt religiöser Wirkungen, häufig war es Repsäentant des "Heiligen". Zahlreiche Mythen erzählen von "heiligen Kindern" als Adressaten kultischer Praktiken, und nicht selten werden die Erschaffung der Welt, der Menschen, der Nahrung oder der kulturellen Errungenschaften auf eine uranfängliche Tötung von Kindern zurückgeführt.
Im Opfer werden die Ereignisse "am Anfang der Zeit" wiederholt und ihre Wirkung - und damit alles, was in Gegenwart und Zukunft Bedeutung hat - erneuert. Deshalb steht im Mittelpunkt der Opferkulte häufig ein (mythisches) Kinderopfer.
Angebliche Kinderopferungen begleiten die Religionsgeschichte weltweit. Im christlich-abendländischen Bereich haben sich, aus der Idee des Kinderopfers abgeleitet, zahlreiche religiöse Vorstellungen und Praktiken entwickelt.
Publikationen:
Weber, H. (1999). Abraham - das Opfer des Sohnes, in: Religion heute
Weber, H. (1999). Das Opfer des Sohnes. In: Ralph Frenken und Martin Rheinheimer: Psychohistorie des Erlebens (Sammelband), Kiel 2000.