Guerillas und paramiltärs
Archiv 2002–2006
Die Guerilla will politische, soziale und wirtschaftliche Reformen durchsetzen. Sie fordert einen demokratischen und gerechten Staat, in dem die Grundrechte - Arbeit, Wohnung, Ernährung, Bildung und Gesundheit - für alle gelten. In den letzten Jahren ist die Guerilla gewachsen, ihre militärische Stärke hat beträchtlich zugenommen, obwohl sie Gewalt mit Mitteln ausübt, die gegen das Völkerrecht verstoßen: Hinrichtungen, Entführungen, Sprengungen, Gebrauch von Minen. Gewaltsam wird die Zivilbevölkerung in die militärischen Aktionen hineingezogen. In den Städten fördern FARC und ELN die Bildung von "Milizen", die in vielen Fällen zu Verbrecherbanden verkommen. Hauptangriffsziele sind die Armee, die Polizei, Infrasturktureinrichtungen (Öl- und Elektroleitungen) und vor allem die paramilitärischen Gruppen.
Paramilitärische Gruppen existieren seit etwa 20 Jahren: gebildet wurden sie als "Hilfskräfte" der Armee, um im Geheimen Aktionen durchzuführen, die den Gesetzen Hohn sprechen. Zu den Praktiken des Repressionssystems gehören das gewaltsame "Verschwindenlassen", die Ermordung von Angehörigen der politischen Opposition und der Menschenrechtsorganisationen sowie Massaker an Wehrlosen. Mit Drogengeldern und Unterstützung der Armee finanzieren die "paras" den Kauf moderner Waffen sowie Transport- und Kommunikationsmittel. Internationale Söldner unterstützen sie bei der Ausbildung ihrer Verbände. Das Land soll von der Guerilla "gesäubert", die Zivilbevölkerung ins eigene System eingebunden werden.
Für die politisch motivierte Gewalt in Kolumbien sind die Paramilitärs zu etwa 80 Prozent, die Guerilla zu fast 20 Prozent verantwortlich.
Hunderttausende von Kindern sind Opfer der bewaffneten Auseinandersetzungen. Eine besondere Gruppe bilden die Soldaten- und Guerillakinder: Guerilleros und paramilitärische Verbände halten zahllose Minderjährige unter Waffen.