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Drogenhandel

Archiv 2002–2006

DROGENHANDEL
Drogenproduktion und Drogenhandel haben Kolumbien in der Welt berühmt und berüchtigt gemacht. Alle bewaffneten Gruppen - Mafia, Guerilla, Paramilitärs - finanzieren sich mit Drogengeldern, die auch in Politik und Rechtsprechung eine beachtliche Rolle spielen. Mit ihren Milliarden haben die Drogenbarone Abgeordnete, Senatoren, Präsidenten, Journalisten und Richter gekauft.

In Kolumbien wachsen alle Rohstoffe, die man für die Herstellung von Drogen braucht: Hanf für Marihuana und Haschisch, Mohn für Heroin, Koka für Kokain. Heute ist Kolumbien der größte Produzent von Koka-Rohstoff in der Welt.

Als der Staat in den achtziger Jahren den Drogencapos den Kampf ansagte und sie in die USA auszuliefern drohte, erklärte das damalige "Kartell von Medellín" unter Pablo Escobar seinerseits dem Staat den Krieg. Nun kam es zu zahlreichen Autobomben-Anschlägen, die weltweit Aufsehen erregten. Zwischen dem 30. Mai 1989 und dem 28. Juni 1990 starben 227 Opfer solcher Attentate. In derselben Zeiten wurden in Kolumbien 2969 Menschen aus politischen Gründen ermordet.

Seit Jahren verfolgen die USA eine rigide Drogen-Bekämpfungsstrategie. Mit Pestiziden besprühen sie die Pflanzungen aus der Luft. Ein nennenswerter Erfolg blieb bisher aus. Indessen hat die kolumbianische Regierung den "plan Colombia" ausgearbeitet: Er soll das Land befrieden. Diesen Frieden soll die internationale Gemeinschaft mit 3,5 Milliarden US-Dollars finanzieren. Im Juli 2000 haben die USA beschlossen, 1,3 Milliarden US-Dollars beizusteuern. Mit dieser Summe wird der Anti-Drogen-Krieg intensiviert. Die Kolumbianer vermuten, dass es den USA dabei insgeheim um die militärische Kontrolle über das Land gehe.